Samstag, 9. Dezember 2017

Adventskalender 2017 (2)













Johnny Depp auf der Stadtparkbühne! Ja, hörte davon. Trotzdem kaum zu glauben, nicht? Denke, man benötigt die gesamte Tafelrunde zum Schutz. :) Sehr gute Lieblingsszene von dem Herrn Presley. Meine zur Zeit eher diese:






Die Fünf scheidet völlig aus. :)
Mr. Manson hat Verluste erlitten und schützt seinen Freund, Mr. Twiggy Ramirez - ja, so passt es. Und es ist wiederum so capricornish, gerade dann trotzdem auf Tour zu gehen, die Tour zu Ende zu bringen, nächstes Jahr noch was nachzusetzen. Vielleicht auch, weil er endlich bemerkt hat, wie gut er auch dann ankommt, wenn er nicht mehr das Rumpelstilzchen auf der Bühne gibt. Hoffe es.

An Elvis habe ich zwei voneinander vermutlich völlig unabhängige Erinnerungen. Die eine, auf einem Spielplatz mit Cousinen, die damals SEHR wichtig erscheinende Frage diskutierend, ob man Elvis oder (hold on!) Shakin' Stevens besser finden soll. Vermute, ich war da eher unentschieden, da ich für beide nicht besonders viel übrig hatte und auch keine Ahnung hatte, wo Cardiff / Wales liegen soll. :) Die andere Erinnerung ist auch verschwommen, aber ich weiß, dass ich diese Filme gesehen habe. Liefen ja damals Sonntagsnachmittag oder so und ich hab all diese Filme gesehen, die mir zeigten, wie die 50er und 60er Jahre ungefähr waren. Over the top waren die ganz sicher. :) Da fand ich ihn vermutlich irgendwie gut, aber das ist alles, wie gesagt, verschwommen. Heute, muss ich sagen, finde ich keinen wirklichen Zugang. Nehmen Sie mich gern nicht mehr ernst oder sagen wir einfach, ich komme schon von Elvis und muss dort demzufolge nicht mehr ankommen. Merkwürdigerweise finde ich das hier jetzt gar nicht mal so schlecht. Zumindest unfassbar vertraut. Lief das oft im Radio? Glaube, ja. :)






Ach, die kleine Meerjungfrau, das ist ja wunderschön! Könnte auch ein modernes Werk sein, oder? Kunst ist heute auch so, wie da, manchmal.

Wir lassen uns in Tür 9 einfach noch mal Weihnachten ganz ausführlich und real posh erklären. Üben Sie schnell nochmal das Wort solstice und warum sehen englische Kirchenmänner und Historiker eigentlich immer aus wie Figuren von Loriot?


















Nun, äh, Julie finde ich sehr beeindruckend. :) Erinnere mich an eine Zeichnung aus der TITANIC, grumpy old man steht vor einem Plakat und sagt: "Shakin' Stevens... dieser Mann ist einfach kein Ersatz für Ernst Reuter." Kategorienfehler vermutlich. :) - And the Lord did grin, thank you Dear! :) Hysterical auch Philomena Cunk. Didn't know her at all, aber schließlich sind Sie Spion im Dienste meiner Majestät, Miss Special K vom Psychobritischen Geheimdienst, es ist Ihre bloody Aufgabe, mich darüber zu informieren, was an Bedeutsamkeiten vorgeht in the UK. :) Totally love her. The winter soultits? :) Khm. Ich weiß nicht, warum englische Historiker immer aussehen wie Figuren von Loriot, dafür sieht Professor Kate Williams, the Hishtory Lady, direkt aus wie... skip a bit, brother. "Like David Bowie, Santa experimented with many different looks." *g* "I think he just shoplifts." - "Okay." - Prostitutes? "Now I'm feeling less happy with him coming down my chimney." :))) Muß unbedingt ihren Shakespeare-Report sehen. Thank you so much.

Leider müssen Sie jetzt auch noch den anderen Elvis über sich ergehen lassen, eines seiner a.k.a. ist The Ginger Elvis. Josh Homme hat für "Aus dem Nichts" von Fatih Akin den Soundtrack gemacht, sagen wir, seine Beziehung zu Hamburg wird zunehmend eine spezielle. Die Queens of the Stone Age also 24 h vor Marilyn Manson in der Sporthalle, und natürlich ist das die beste Live-Band des Planeten, aber Josh war auch beeindruckt von uns: "I want to introduce myself to the best audience in the world, I'm Joshua." - "I like this place - because it's a wild place", bemerke er über HH / die Sporthalle / uns. Vor fast 20 Jahren hätte er einen Text geschrieben mit den Zeilen "I want something good to die for / To make it beautiful to live", und in einer Nacht wie dieser sei es da. Best night of the whole fucking tour, da lasse er nicht mit sich handeln. Ein Charmeur vor dem Herrn natürlich, aber wenn Mr Badass himself zur Zugabe erscheint und sagt, er hätte schon alles gesehen, aber das (den Iceland Viking Clap) hätte er noch nie gehört, ist der ganze Abend schon ziemlich badass. Vor dem Konzert kam eine Frau auf uns zu: wir seien doch auch schon beim Konzert von Mark Lanegan gewesen? Sie habe damals ein Foto von uns gemacht, weil ich Troy van Leeuwen so sehr ähnlich sähe. HMMMMM. QOTSA pflegen ja die schöne Tradition, für jeden Ort einer Tour ein eigenes Poster anfertigen zu lassen, ich besitze also nunmehr dieses Kunstwerk, beachten Sie den Druckfehler: ALSTERFORDER Sporthalle. Klingt gleich viel besser. :)








Die QUEENS-Leuchtschrift im Video ist eine Hommage an die ELVIS-Leuchtschrift in "If I Can Dream" aus dem Comeback Special, aber das erspare ich Ihnen jetzt. One... two... five! Tür 10!






Und wir stellen, während der Schnee rieselt, schon mal den Baum auf. Magischer als hier wird er nicht, für mich. :)

















Alsterford! I'll take that! :) Welcome to the Alsterford trips - klingt auch gleich besser. Oder Alsterfjord. The Alsterfjord near Alsterford. :) War dieses Jahr in? bei? an? Deutschlands einzigem Fjord - Königssee - wunderschön! Aber das nur nebenbei. Die Queens höre ich hier quasi manchmal mit und find'se inzwischen och janz jut, wa. Man war hier auch sauer, dass man das Konzert irgendwie verpeilt hat. The Ginger Elvis ist also ganz offensichtlich inspiriert vom Presley und so gefällt mir das ja auch. Das ist echt und geradeaus, nicht so schmalzig. :) Iceland Viking Clap! Cool. Sie sehen aus wie der Gitarrist! Noch cooler. Was für schöne, besondere Momente dies sind, oder? Menschen kommen auch ab und zu auf Mademoiselle zu und sprechen sie auf ihren Eyeliner an. Am Schönsten in London eine Verkäuferin im Top Shop 'Beautiful eyeliner, love!' Oder so.

Habe ich eigentlich berichtet, dass sie auch beim Neubauten - Elbphilharmonie - Eröffnungsyklus war? Saß inmitten älterer Herren, einer davon ließ sich auch zu einer Bemerkung hinreißen, dass sie auffällt durch ihre Jugendlichkeit und dass es ihn erfreue, dass die Neubauten auch so junge Fans haben. War ein Journalist, noch mit Block und Bleistift im Konzert sitzend. :) 






Spionin im Dienste ihrer Majestät, sehr wohl. Zur Verbreitung der psychobritischen Idee. :) Wenn bei uns die Tagesschau läuft und die Auslandskorrespondentin aus Lond'n - wie man als Deutsche in London leider sagt - erscheint, schreit jeweils einer von uns los: "HANNIIIIII!!" Hanni Hüsch bekleidet im Prinzip unseren Traumberuf. Genauso auch Annette Dittert, die zudem auch noch in Little Venice ein Hausbötchen ihr eigen nennt. Ihr aktuelles Buch wird unter meinem Baum liegen. Hanni hat meistens einen roten Regenmantel mit weißen Punkten an und steht vor einem Crescent mit roten Türen. Dazu hat sie auch noch einen passenden Regenschirm. Das Highlight ist ihre manierierte Sprechweise. :) Hier aber Annette, hören Sie mal auf die Hintergrundgeräusche, DAS ist auch London. Unfassbar nervige permanente Ambulanzsirenen. :)





 
Ah, wenn der Baum nun steht, können wir ja auch anfangen around the tree zu rocken. Ein Klassiker des Adventskalenders in Tür 11.













 




Königssee, mystische Schönheit schon, oder? Noch ist nichts fix, rein gar nichts, könnte aber sein, daß ich mich 2018 in der Wachau wiederfinde. - Der hachte Brexit und die Verhandlungspachtnerin. Hanni Hüsch, mit dem Namen muß man Korrespondentin werden, Honeys manierierte Spitzlippigkeiten aus Lond'n werden also wie Anrufe aus der Heimat begrüßt, je nun, schließlich wollen Sie immer, wenn man Sie trifft, gerade zur Kasse gehen mit Walkers Shortbread in der Hand. Annette D jetzt aber voll auf die Zwölf: "nach altem Fett riechende Menschenmengen". Hrhr. :)

Nun, die explizite Erwähung des Eyeliners vertritt ja unverfänglich umfänglichere Bewunderung, zweifelsohne aber verstehen sich Capricorndamen auf diese Dinge ganz besonders. "In die illuminierten Korridore seines Haupt-Gebäudes gelangte nun auch die Wahrnehmung IHRER verlängerten Lidstriche: zwei feine schwarze Linien bis zu den Schläfen hin, wie sie etwas ganz Natürliches darstellen bei bösen Feen oder Isispriesterinnen; im Zeitalter der Moderne um kurz nach Vier jedoch ..." etc etc.

Nein, Sie berichteten nicht. Einstürzende Neubauten, Queens of the Stone Age, welch schier makelloser Geschmack. :) Bei den Queens of the Stone Age auffallend viele jüngere Menschenwesen an-wesend, Ladies exspexically. Kaum würdigte ich ihn hier, sitzt auch Josh Homme in der Tinte. And, like I said, ich finde schon wieder absolut alles falsch. Es ist falsch, jemanden zu treten, natürlich, gewiß (was er nicht tat, nicht in der behaupteten Form). Was aber ebenso falsch ist und mich schlicht beelendet, ist, daß es sofort Tausende, Abertausende gibt, die natürlich noch NIE im Leben irgendeinen Fehler begangen haben, trotzdem den ersten Stein werfen und selbstgerecht zur Hexenjagd blasen. Wenn die Leute doch nur Camille Paglia lesen würden, statt Internetmobs zu bilden. Ein Rock'n'Roll-Konzert ist ein dionysischer Ritus, aber das kann man natürlich nicht wissen, wenn man zu Ed Sheeran, Coldplay und Johannes Oerding zu gehen gewohnt ist.

Ich besitze ja eine Queens of the Stone Age-Jacke, das heißt, eine Jacke mit diesem






Logo, und nach 10 Jahren waren die Ärmelbündchen doch arg ramponiert. So besorgte ich neue schwarze Bündchen und begab mich zum Repair Café Eppendorf, wo eine liebe alte Dame mit Betondauerwelle an ihrer mitgebrachten Nähmaschine sich meiner Jacke annahm. Irgendwann bemerkte sie: "Das sind doch Spermium und Eizelle?" - "Yes, Ma'am. Aber es ist auch ein Q."

Alles falsch auch mit den Leuten, die Sherlock / Staffel 4 godawful, ridiculous und weitere tausend nachlesbare Attribute, die alle keinen Sinn ergeben fanden. Auf einmal sind alle derart smart, daß Sherlock sie enttäuscht? Come on. Was für eine nach altem Fett riechende Menschenmenge muß man sein, um von Sherlock enttäuscht zu sein? Wenn ich Gatiss und Moffat wäre, würde ich sagen, vielen Dank, das war's, macht's selber, Klugscheißer. Manchmal wäre ich gern unperechenpar prutal, geradezu plutberaucht. :) Schnell Fenster auf, 12:






Anna von Hausswolff wird Anfang März ein neues Album veröffentlichen, einen neuen Song gibt es schon, daß sie so lange mit den Swans auf Tour war, hat deutlich Spuren hinterlassen!






Ah, Kim Wilde. Gestand schon, daß ich verschossen in sie war. In diesem Jahr mußte man, also ich, gleich um drei Damen trauern, die zu gewissen Zeiten meines jungen Lebens unbeschreiblichen Eindruck auf mich machten. Christine Kaufmann, Karin Dor - und Christine Keeler. Yes. Verstand noch nichts, aber daß Schönheit Weltreiche zu Fall bringt, verstand ich. :)

Auch die wunderbare, einzigartige Jeanne Moreau ist gegangen, eine so großartige Schauspielerin, die Filme, in denen ich sie liebte und bewunderte, kann ich kaum zählen.






And of course Tom Petty. Nie einer meiner absoluten Favoriten, aber immer da, wie ein Freund, der manchmal eben Sachen auf den Punkt bringt. Love this song, love this video. 2:40 - 3:20 so adorable, subversiv und cool. Und: "Tom Petty could really rock the shit out of those hats."





















Na, bittschön, die Wachau. Wenn es Sie dorthin verschlägt, werden Sie glückliche Tage erleben. Sie müssen nach Dürnstein. Das ist magisch. Bin vor vermutlich 67 Jahren mit dem Fahrrad von Passau nach Wien gefahren und die Wachau war der schönste Teil. Man versteht dort erst die Stimmung in diesem Lied so richtig. :)






Sie haben bestimmt Sissi gesehen, irgendwann mal, den Alle Jahre wieder-Film. Dort reist sie mit dem Schiff zu ihrer Hochzeit nach Wien, passiert Dürnstein. Man hat wahnsinnig viele Menschen dorthin gestellt zum Winken, aber die hellblaue Kirche überstrahlt alles. Hach.

Ach ja, Sisi, die Kutsche sieht unglaublich prachtvoll aus. Waren Sie in Wien auch an ihrer Ruhestätte? Kein wirklich schöner Ort, aber so prunkvolle Verzierungen. Waren Sie in Schönbrunn? Muss man vielleicht nicht, aber dort hängt oder hing damals das große Bild von ihr, in dem weißen Kleid mit den wahnsinnig langen Haaren und dem klassischen Haarschmuck.

Der Königssee ist wahrhaft mystisch. Es war ein gar nicht so angenehmer Tag bis dahin, zu heiß, Unstimmigkeiten, zu viele Menschen. Aber dann steigt man dort in so ein Schiffchen ein, es fährt nahezu lautlos auf den See, und die Ruhe und Gelassenheit des Ortes überträgt sich fast sofort. Glasklares, leuchtend grünes Wasser, blauer Himmel, unfassbar hohe Berge, sonst nichts. Bei St. Bartholomä steigt man schon geläutert aus, hält die Füße ins Wasser und bestaunt Enten, Fische und Berge und die Unberührtheit der Natur dort. Der Eindruck hielt lange an, Wochen. Eigentlich bis jetzt. Auf dem Rückweg starrt das Adlerhorst vom Obersalzberg böse auf einen hernieder und man ahnt, dass man dort eigentlich nicht hin möchte nach so viel Schönheit. Und lässt es dann auch. :)

Der andere mystische Moment dieses Jahr war die unmittelbare Wahrnehmung der merkwürdigen Kraft und der Schönheit von Larissa Iceglass im Hafenklang. Das Konzert war lange nicht so großartig und bejubelt wie das einen guten Monat später in Berlin, aber es war so viel intimer dort, wir standen direkt vor ihr, sie trug ein Kleid, das an irgendwas zwischen Kriegskittel und Ökoedelware erinnerte und das ihr passte, als wäre es um sie herum genäht worden. Sie war hypnotisch schön und von ihr ging etwas aus, dass ich wie benommen aus dem dunklen Ort wankte, draußen tobte Sturm, die Flut stand auf dem Fischmarkt - wäre nicht erstaunt, wenn SIE das ausgelöst hätte. Im Hafenklang war es so dunkel, dass man kaum zwei Meter weit sehen konnte.

Tür 13








 

Albatross ist mein Song of the Year. Er trägt mich davon, über finnische Fjorde, weit weg von allem. Der Bass, die Joy Division Spray Dose, der Text. Pure beauty.

Genau, Walkers Shortbread, während ich lieber im Waitrose Duchy Biscuits zur Kasse tragen würde. Und wenn wir in ein weihnachtliches Kaufhaus in dieser Stadt gehen, erscheinen immediately innere Bilder vom weihnachtlichen Selfridges auf der Oxford Street. So ist es als Psychobrit. Harr, ja, Annette Dittert neigt man zu unterschätzen, ist aber schwer in Ordnung die Dame.






Gerade gestern noch sagte Missy, ein Cure Konzert wäre schön. Ich war mir sowieso schon sicher, dass es eines geben wird, zum Anniversary Year, aber so schnell hab ich auch nicht damit gerechnet. War überwältigt heute mittag, hoffe jetzt nur, dass meine Buchung funktioniert hat. Lond'n im Juli, dreamy..

Godawful Sherlock!? Ich lese so Kommentare kaum. Menschen sind furchtbar. Wie gut, dass es Ausnahmen gibt. Gleiches gilt für die Josh Homme Affair. Irgendwas oder jemand muss ja immer durch das Dorf gejagt werden, sonst müssten die meckernden Lämmer (im Wolfspelz) sich wirklich mit sich selbst beschäftigen und das ist viel verlangt. Verantwortungsübernahme für das eigene Leben, die eigenen Worte, die eigenen Taten oder eben nicht Taten - schwierig. Weihnachtlicher Megakonsum überdeckt für eine Weile die Leere. Keine Regierungsbildung, ach was, wen interessiert's? Pfff. Finnland, Blockhütte. ;















Magisch, sagen Sie. Ja, Dürnstein, die Burgruine, das war die erste Attraktion, zumal, als der Mistress bewußt wurde, daß Richard Löwenherz dort festgehalten wurde nach seiner Rückkehr vom Dritten Kreuzzug. :) Muß gestehen, die Sissi-Filme liefen immer an mir vorbei, gut zu wissen aber, daß der blaue Turm der Stiftskirche auch im Pappt-wie-Grießbrei-Sissi-Kribbelbunt deutlich zu erkennen ist, falls ich jemanden finde, der mich bei der Trilogie an den Stuhl fesselt, werde ich darauf achten. :) Im Nikolausstiefel lag "Der Prozeß" von Orson Welles, als Kafka-Verfilmung scheiternd wie jede Kafka-Verfilmung, ganz großartiger Film aber und Romy Schneider glänzend darin. Daß Orson Welles auch selbst im Film erscheint, soll sich der Überredungskunst der jungen Romy verdanken - Texte zu lernen, langweilte Orson Welles zu Tode. - Auf dem Weg nach Klosterneuburg und zum (Ex-)Sanatorium, in dem Kafka starb, kamen wir durch Nussdorf, wo Sisi damals auf ihrer Brautfahrt mit dem Dampfschiff um vier Uhr nachmittags ankam. Auf dem Rückweg stiegen wir hinauf zum Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf, ich wollte unbedingt zum Grab von Marisa Mell, aber das sagt Ihnen jetzt vielleicht nichts. :) Da draußen in der Wachau also, I remember well, Sie spielten mir im Adventskalender 2011 eine Version zu, "Lippen rot wie Blut, da haben Sie's." :) So, yeah, we're close.

Sisis Ruhestätte sahen wir vor drei Jahren, als wir von Bratislava aus einen Tagesausflug nach Wien machten, in Schönbrunn waren wir dieses Jahr, sehr bewegend, was all diese Räume erzählen. Nebenan, in der Kaiserlichen Wagenburg, stand die Wiener Wespentaille dann vor Augen, ein Hofkleid der Sisi ist dort ausgestellt, schwarze Moireeseide w/ Spitzenbesatz und Jetperlen-Stickerei, so lovely. Erzherzog Ludwig Viktor: "die Leute hier sind so paff über unsere Souverainin!!! haben recht." - Wunderbar Ihre Schilderungen vom genius loci am Königssee und von der mystischen Macht der Miss Iceglass. "Kunst", live, schlägt mich sehr in Bann, wenn sie deutsch singt, finde ich den erotischen Grabeshauch ihrer Stimme noch faszinierender, glaube ich. Es gibt derzeit erstaunlich viele Duos, m/w, Erben dunkler Postpunkschönheit, The KVB zB:









Damen-Trio (derzeit): Onuka aus der Ukraine, war als Interval Act das Beste am ESC. Nata Zhyzhchenko bezeichnet Tschernobyl und die Folgen für die Ukraine als Obsession und major influence auch für diesen Song. Jemand übersetzt den Text so: Me want breathe / Me ending conversation / Me starting countdown / Only the future - me ready.






The Cure in Lond'n, lucky you(s)! Sollen also bitte "Another Day" spielen. :) Was wird das für ein Fest! Sah, daß auch Goldfrapp den Tag mitzelebrieren. VERY lucky you(s). Könnte einen Tag damit verbringen, alle Live-Versionen von "Strict Machine" nacheinander zu hören. Killersong mit meiner manchmal liebsten Göttin. TURN THIS UP. :)






Die meckernden Lämmer, right. Viele Menschen fragen, was ist Schuld daran. Fangen mit dem Leben viel zu wenig an. Katja Ebstein, BRD. :)





















Poah, Katja Ebstein, BRD, voll auf die 12. Grandios. Warum hat sie damit wohl nicht gewonnen? :) Trotzdem erfolgreichste deutsche Teilnehmerin. Marisa Mell sagt mir so nichts, aber ich habe 'Es muss nicht immer Kaviar sein' inhaliert. Schöne Marseiller Szenen drin. :)

Es scheint eine merkwürdige Faszination für die Gegend von Tschernobyl zu geben. Menschen fahren dorthin, um Fotos von lost places zu machen und Menschen zu treffen, die dort leben. Hab auch einen Roman gelesen, der dort spielt (und sehr gut ist), 'Baba Dunjas letzte Liebe'. Seltsame eingeschworene Gemeinschaft in dem Roman, die auf keinen Fall dort weg zu ziehen gedenkt.
Sehr gute Intervallmusik und feines Video dazu von ONUKA. I like.
Ah, The KVB, sehr sehr schön! Southampton, auch so eine Destination noch to go to.

Wenn wir jetzt bei jungen, düsteren Neuentdeckungen sind, dann gehören She Past Away in Tür 15. Was, schon 15?








 
She Past Away sind beim gleichen Label wie Lebanon Hanover, man tritt auch gern mal zusammen auf. Eine türkische Band aus der eigentlich nicht vorhandenen Istanbuler Szene. Sind vermutlich in der Türkei unbekannter als in anderen europäischen Ländern. :)






Yes, lucky us. Goldfrapp, yeah, haben Sie mir auch mal sehr warm empfohlen und auch vermacht. Es wird ein Fest, aber auch ein langer Tag. Editoren und Twilight Sad noch dazu und das alles in London. Große Vorfreude. Tim Pope hat eine Documentary angekündigt. New Shit 2018. :)

















Mmmh, danke fürs ehedem Vermachte, ich meine, Are you motherfuckers ready for the new shit im Swing-Gesangsstil klingt doch wie Pistole im Strumpfband. Als würde nach dem letzten Akkord die Lebewelt mit Schüssen erschreckt. Max Raabe: "Ich habe Marilyn Manson mit seiner Gattin Foxtrot tanzen sehen, das werden die wenigsten Fans je erleben." :)

Katja Ebstein, right? Finde den Song ganz großartig, ohne jede Ironie :), und sie höchstselbst natürlich absolutely stunning. Das Arrangement ist klasse, überhaupt gab es damals ein paar deutsche Songs, die erstklassig produziert waren, "Er ist wieder da" von Marion ist auch so einer, in der Schlagernacht mit Bernd Begemann erzählt Marion (Maerz, Litterscheid) ganz entzückend, wie sogar Paul McCartney von ihr begeistert war und sie dann in London diesen Song von Ray Davies aufnehmen durfte, mit dem legendären Larry Page als Produzent. Sie durfte als erste - und einzige - deutsche Solo-Sängerin im Beat-Club auftreten. Eyeliner. Lidstrich. :)






Warum Katja nicht gewann, weiß der Kuckuck. Schön auch, wie beim Auftritt in der DDR hinten das Orchester agiert mit dem zeitgemäßen Gegaukel des Bandleaders, dabei ist alles Playback. :) Man kann auch sehen, daß Katja silberne Glam-Plateaustiefel trägt, aber irgendjemand hat ihr wohl geraten, über ihre endlos langen Beine dieses Kleid fallen zu lassen, damit der DDR-Bürger nicht schon wieder denkt, wir ham ja nuscht, nicht mal Beine. :)

Türk-Goth, wow :) Wie Jeordie sagen würde, oh is that a thing? :) Musik süper. Gesang, well, Andrew Eldritch läßt sicher grüßen, bei "Asimilasyon" dachte ich, er könnte jetzt auch kurz Tanz den Mussolini reinwerfen, also, rein gesangstechnisch. :) Wünsche denen nur das Beste, zumal in dieser gefährlichen Zeit mit all ihren Widersinnigkeiten. Womit wir direkt zu Where's The Revolution kommen. Dave Gahan auf den Barrikaden mit der Idee, den patriotic junkies zu erklären, daß Hereinfallen auf Rattenfänger nichts Revolutionäres ist. Corbijn again, vielleicht mein favourite video this year, unnötig zu sagen, daß ich das Fahnenballett der militaristischen Tänzerinnen ziemlich sexy finde und ich einfach hoffe, daß sie für die richtige Revolution unterwegs sind. :) Genauso schön, wie Dave, Martin und Andy mit ihren angeklebten Karl Marx-Bärten es kaum schaffen, im Gleichschritt zu tuckern, während ihr "Get on board" zum Revolutionszug ruft.







Ein einfacher Humanismus wäre eine wahre Revolution. Finnland, Blockhütte? Sure. Zumal dort oben immer Sibelius durch den Aether weht. Nein doch, das ist so. :)







Wachau fix. Nächte -> in einem Egon Schiele-Bild. Dies war Tür 16,