Samstag, 20. Mai 2017

Der Verdammte der Inseln











SPIEGEL ONLINE Forum
"Lieblingsfilme - Was ist 'großes Kino'?"

18.01.2008

Etwas in die Schatten gesunken ist der Film, den Carol Reed nach "The Third Man" machte und den ich nicht minder beeindruckend fand - "Der Verdammte der Inseln" ("Outcast of the Islands"). An diesem Film ist gar nichts perfekt, er wird Joseph Conrad nicht gerecht, er kann sich für nichts entscheiden, und man kann die Darbietungen mindestens von Robert Morley und Ralph Richardson in diesem Film als komplett verunglückt ansehen. Oder aber sie, als pure Ereignisse (Morley!), zu den besten ihrer Karriere zählen. Was zweifellos für Trevor Howard gilt.

Man erliegt der brütenden Üppigkeit des an exotischen Schauplätzen gedrehten Films, obwohl es ein Schwarzweißfilm ist. Man findet niemanden sympathisch und wünscht sich trotzdem, dort zu sein. Es wird einem unwohl von der ganzen Intensität, und trotzdem wartet man auf Kerima, die Darstellerin der Aissa, den wandelnden Untergang Trevor Howards ohne eine Zeile Dialog, damit man auch endlich komplett in diesem faszinierenden Desaster untergeht. Einer der seltsamsten Filme, die ich kenne. Die dramatisch dahinwehende Filmmusik von Brian Easdale kündigt an, was einem bevorsteht: der "spell of the East Indies", so wie Jacques Tourneurs "I Walked With A Zombie" den "spell of the West Indies" beschwor.




















 

Dienstag, 28. März 2017

There'll never be another... Labiskwee






Er vergaß die Zeit. Die Zeit vergaß ihn. Er fror. Er dachte daran, wie er sich als Junge in die Lockruf-des-Goldes-Welt geträumt hatte, in die Alaska-Welt der Flüsse und Wälder, der Schluchten, Wasserfälle und Eisschollen, der Schlittenhunde und Schneeschmelzen, weniger des Goldes wegen, sondern um Labiskwee zu finden, die bei den Indianern lebte. Sie würde mit ihm gehen, sich mit ihm durch die Wildnis kämpfen, die kargen Bissen mit ihm teilen. Glückszeichen auf ihrem Indianerstirnband, Fetische im Lederbeutel an ihrem Gürtel, der schlanke Körper leidenschaftlich den Strapazen trotzend. Und dann lag sie im Boot und trieb den Fluß hinab, entkräftet, halb verhungert. Er konnte das Boot der Labiskwee nicht festhalten, nie. Immer sah er diesem Boot nach, das mit grauenhafter Langsamkeit, wie in einem Traum, das schöne Mädchen in der Ewigkeit verschwinden ließ. Seit er denken konnte, wurde seine Geliebte abberufen. Und seine armen Füße würden niemals folgen können.
Aljoscha dachte, die Winter gehen nicht rückwärts. Und dann dachte er an nichts mehr.






























































Lockruf des Goldes
Fernsehfilm in vier Teilen von 1975
Regie: Wolfgang Staudte w/ Serge Nicolaescu
4. Teil: "Vierauge"
Christine Kaufmann als Labiskwee

  




Musik aus dem Vierteiler von Hans Posegga:














Die Titelmelodie mit der Trompete von Georg Rötzer über diesem dramatischen, unerbittlichen Rhythmus, in dem das ewige Sichweiterschleppen im Schnee anklingt, diese 100-Meilen-vor-dir-Weite, jedes Melodiestück mit Doppelecho in die Unendlichkeit verlängert.